Symptome der Histaminintoleranz

Die Symptome der Histamin-Intoleranz gleichen grundsätzlich einer Allergie, einer Lebensmittelvergiftung oder einer Grippe.

Grundsätzlich möchte ich auch vorab dazu sagen, dass es mit zu diesem Krankheitsbild gehört, dass ihr evtl. einige dieser Symptome habt oder kennt, Andere jedoch wiederum nicht.
Die Aufstellung beruht größtenteils auf eigenen Erfahrungen, erweitert um Symptome anderer Menschen mit Histaminintoleranz.

Wenn ihr einige, oder viele dieser Symptome bei euch feststellen solltet (und noch keine Histaminintoleranz, Histaminose oder ähnliches bei euch festgestellt wurde) KANN dies natürlich ein Anhaltspunkt sein diesem nachzugehen, es gibt jedoch auch einige andere Krankheiten die ähnliche Symptome aufweisen können.


Am Ehesten treten diese Symptome bei bzw. nach der Nahrungsaufnahme auf. Das Schwierige dabei ist, die Symptome können bis zu 72 Stunden danach erst auftreten.

Bei besonders histaminhaltigen Lebensmitteln wird es eher direkt auftreten (z.B. Rotwein oder Hartkäse oder auch bei einigen Medikamenten oder Röntgenkontrastmittel), ansonsten würde ich es vielleicht eher wie eine Art „Histaminspiegel“ beschreiben, der langsam immer weiter ansteigt und die Symptome damit erst nach Tagen zum Vorschein kommen (was die Angelegenheit noch schwieriger zu fassen macht).

Als „Hauptsymptome“ sind aber sicher folgende zu nennen:

  • Anschwellende Nasenschleimhaut, laufende Nase (Fliesschnupfen), Niesen, Auswurf, Hustenreiz, Atembeschwerden
  • Verdauungsprobleme: Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Sodbrennen, Magen- Darmkrämpfe
  • Juckreiz, Hautausschlag, Hautrötungen
  • Hitzewallungen, Schweissausbrüche, gestörtes Temperaturempfinden, Fiebergefühl
  • Herzrasen, Herzstolpern, Herzklopfen, Blutdruckabfall
  • Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Verspanntheit, verkrampfte Schultern/Nacken, Rückenschmerzen
  • Schlafstörungen, Müdigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Menstruationsbeschwerden
  • Ödeme (Schwellungen, Wasseransammlungen)

Wie erwähnt KÖNNEN diese Symptome gleichzeitig, abwechselnd, alle oder teilweise auch nur sehr wenige davon auftreten.
Aus eigener Erfahrung her, kann ich leider fast alle bestätigen.

Im Detail sind einige spezielle Bereiche noch zu erweitern.

Magen-Darm

Dies sind meist die bekanntesten und häufigsten Beschwerden. Da hier jedoch auch der Abgrenzungsbereich zu anderen Krankheitsbildern sehr schwammig ist, wird hier meist eher Richtung Reiz-Darm und allgemeinen Magen-Darmkrankheiten diagnostiziert, da eine direkte Auswirkung auf die Nahrungsmittelaufnahme (siehe Beschreibung oben bis zu 72 Stunden) nicht immer eindeutig ist.

  • Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Bauchweh, Magenstechen, Magen- und Darmkrämpfe
  • Häufig oder chronisch Durchfall, morgendliche Durchfälle, Histamin erhöht die Motilität der Darmbewegungen, wodurch der Nahrungsbrei den Darm schneller als normal durchläuft und wegen der verkürzten Aufenthaltszeit nur unvollständig verdaut werden kann.
  • Seltener auch Verstopfung oder abwechselnd Durchfall und Verstopfung
  • Sodbrennen, Magenbrennen, aufstossende Magensäure (gastroösophagaler Reflux)
  • Entzündliche Magen- oder Darmerkrankungen, Reizdarmsyndrom
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Seekrankheit, Reiseübelkeit
  • Symptome, die einer Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) ähneln

Diese Symptome kann ich auch größtenteils in eigener Erfahrung bestätigen! Wobei auch oftmals eine „Mischung“ entsteht, in dem ich z.B. erst tagelang an Verstopfungen leide, dann wiederum der beschriebene „Nahrungsbrei“ durchfallartig seinen Weg nach draussen sucht.

 

Herz-Kreislaufsystem

Auch hier wird man grundsätzlich eher einige kardiologische Untersuchungen durchführen (was natürlich grundsätzlich abgeklärt sein sollte!), bevor ein Zusammenhang mit einer Histaminintoleranz hergestellt wird!

  • Blutdruckabfall, niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Herzrhythmusstörungen („Herzstolpern“)
  • Herzklopfen (Erhöhung der Schlagkraft des Herzens über Freisetzung von Adrenalin)
  • Herzrasen, Erhöhung der Herzfrequenz (Tachykardie), bis hin zu Panikattacken

Dies sind sehr unangenehme Begleiterscheinungen die schnell zu Panik führen können, weil sie (bei mir meist Herzrasen) wirklich sehr unangenehm sind, selbst wenn ich inzwischen weiß woher es kommt.

Haut, Schleimhäute, Atemwege

Dieser Bereich verweist die meisten Betroffenen erst einmal ganz allgemein zu Allergologen (was ebenfalls natürlich erst abgeklärt sein sollte!)

Sehr oft liegen zusätzlich zur Histaminintoleranz verschiedene andere „echte Allergien“ vor, die selbstverständlich nicht unbehandelt bleiben dürfen!

  • „Dauerschnupfen“, Anschwellen der Nasenschleimhaut, laufende Nase speziell bei Einnahme von Mahlzeiten, auch unabhängig von Art und Histamingehalt der Mahlzeit, evtl. verstärkt durch Kälte/Rauch/Smog/Düfte
  • Beim Nase Schnäuzen kann auch etwas Blut dabei sein (erhöhte Durchlässigkeit von Blutgefässen)
  • Starkes Schwitzen, Schweissausbrüche, nächtliches Schwitzen, Schweissfüsse/-hände, Hitzewallungen
  • Erröten des Gesichts nach Mahlzeiten, Hitzegefühl, Gesichtshaut fühlt sich leicht entzündet an, Fiebergefühl
  • Hautunreinheiten im Gesicht, Akne, Pickel, Mitesser, Talg-Überproduktion, fettige Haut
  • Ausschläge, Hautrötungen, Juckreiz, Ekzeme, Nesselsucht
  • Juckreiz (z.B. juckende Kopfhaut, juckende Impfnarben)
  • Physikalische Reize wie zum Beispiel Kratzen, Schläge oder Wärme lösen Rötung/Hautausschlag und Juckreiz aus
  • Reibeisenhaut: Oberarme, manchmal auch Oberschenkel, Gesicht etc. sind übersät mit kleinen roten Pünktchen/Pickeln, vereinzelt verhornt oder eitrig.
  • An den Händen brennende/schmerzende Entzündungen/Bläschen/Knötchen/Schwielen
  • „Sonnenallergie“: Haut wird an der Sonne schnell rot, am Folgetag ist aber der „Sonnenbrand“ wieder weg.
  • Trockene Lippen
  • Aften: Mikroverletzungen der Mundschleimhaut werden zu kleinen gelbweissen „Löchern“/“Wunden“, die höllisch schmerzen und tage- bis monatelang nicht abheilen. Nebst der Mundschleimhaut können auch einzelne Papillen auf der Zunge schmerzen wie eine Afte.
  • Chronischer Husten, ständiger Hustenreiz, trockener Reizhusten, Bronchitis, gereizte Bronchien
  • Ständiges Hüsteln, besonders in Stresssituationen
  • Auswurf: zäher Schleim zum Abhusten, häufiges Räuspern, evtl. auch Stimmbänder belegt, besonders nach üppigen Mahlzeiten
  • Ödeme (=Schwellungen auf Grund von Flüssigkeitsansammlungen im interstitiellen Gewebe), z.B. geschwollene Augenlider, Wasser in den Beinen

Leider auch hiervon kann ich sehr viel aus eigener Erfahrung bestätigen. Ausgenommen einer Hausstaub- Schimmel- Milbenallergie, habe ich bis dato keine bekannten Allergien und dennoch durch meine Histaminintoleranz immer wieder einige dieser Symptome. Juckreize und Hitzewallungen sind bei mir die häufigsten Symptome.

Nervensystem

Histamin ist an der Regulation des Schlaf-Wach-Zyklus beteiligt, was mir selbst oft auch sehr zu schaffen macht. Dadurch, dass der Körper mit Histamin oftmals regelrecht „überschwemmt“ wird, sind auch diese Symptome nicht zu unterschätzen, die mir persönlich am Meisten zu schaffen machen.

  • Kopfschmerzen, Migräne, Druckgefühl im Kopf, Schwindelgefühl
  • Müdigkeit, Energielosigkeit, Antriebslosigkeit, Erschöpfungszustände
  • Schlaflosigkeit, Einschlaf- und Durchschlafstörungen, nur oberflächliches Dösen ohne Tiefschlaf, Traumlosigkeit
  • Konzentrationsstörungen, Beeinträchtigung der geistigen Leistungsfähigkeit, Langsamkeit
  • Vergesslichkeit, eingeschränktes Abrufen von Erinnerungen
  • Lärmempfindlichkeit, Suchen von Ruhe und Ereignislosigkeit, Anfälligkeit für Reizüberflutung
  • Stressanfälligkeit, verminderte Belastbarkeit, Burnout-Gefühl (Gefühl von geistiger / nervlicher Erschöpfung oder Überarbeitung)
  • Hüsteln, besonders in Stresssituationen
  • Nervosität (auch ohne äusseren Anlass), Unruhe, Kribbeln, Gefühl einer Koffein-Überdosis
  • Muskelkrämpfe, Muskelzuckungen, Zittern, verkrampfte Kiefermuskulatur, Zähneknirschen, abgeschmirgelte Zähne
  • Symptome wie bei einer leichten Vergiftung mit einem Nervengift
  • Melancholie, Traurigkeit, Weinerlichkeit, depressive Verstimmungen, Depressionen (oft ohne erkennbaren Grund)
  • Suizidgedanken
  • Vorübergehender Verlust oder Beeinträchtigung des Geruchssinns
  • Persönlichkeitsveränderungen, evtl. weitere psychische/neurologische Störungen

Gerade die Kopfschmerzen und Schwindel der sogar durch Wetterveränderungen (sinkender Luftdruck, bzw. zu schnelle Veränderungen im Luftdruck) setzen mir an manchen Tagen schwer zu! Sich dann noch auf seine Arbeit zu konzentrieren und überhaupt halbwegs seinen Alltag zu meistern, kann hier oft SEHR schwer fallen!

Hormonsystem

Betrifft mich als Mann glücklicherweise nicht auch noch zusätzlich, jedoch kenne ich diese Beschwerden von weiblichen Histaminintoleranten.

  • Menstruationsbeschwerden: Dysmenorrhoe (=Regelschmerzen, Menstruationsschmerzen), Zyklusstörungen
  • Endometriose
  • Entwicklungsstörungen, Gedeihstörungen

Entzündungsanfälligkeit, Immunsystem

Wie auch schon oben unter dem Punkt Haut, Schleimhäute, Atemwege benannt ähneln auch hier viele Symptome allgemeinen Allergien und anderen Krankheitsbildern,  die unbedingt abgeklärt sein sollten!

  • Erhöhte Infektanfälligkeit, häufig krank
  • Erhöhte Entzündungsanfälligkeit, entzündliche Stellen/Bereiche
  • Halsschmerzen
  • Heiserkeit
  • Grippeähnliche Symptome ohne klaren Krankheitsausbruch, andauerndes Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen
  • Nebenhöhlenentzündungen: Stirnhöhlenentzündung, Kieferhöhlenentzündung, Entzündungen anderer Nebenhöhlen wie Keilbeinhöhle oder Siebbeinhöhle
  • Lymphknoten permanent geschwollen oder schmerzend
  • Mandelentzündung, Wucherung der Rachenmandeln, evtl. operative Mandelentfernung. (Die Mandeln dienen der Immunabwehr. Deren Fehlen nach erfolgter Operation kann die erhöhte Infektanfälligkeit noch verstärken.)
  • Klossgefühl im Hals
  • Bindegewebsentzündung: Gewebestellen unter der Haut mit Entzündungsschmerz oder Druckempfindlichkeit
  • Im Kopf schmerzhaftes Entzündungs-, Hitze- und Druckgefühl, chronische (nicht bakterielle) Entzündung des Gehirns
  • Schmerzende/brennende Harnblase, Harndrang, häufiges Wasserlösen (ähnlich wie bei bakterieller Blasenentzündung)
  • Augenbrennen, Augenbindehautentzündung, gerötete kratzende Augen, tränende Augen
  • In den Augeninnenwinkeln oder in den Mundwinkeln sammelt sich gelbweisses Material
  • Schleiersehen, getrübter Blick
  • Entzündliche rheumatische Erkrankungen, Gelenkrheuma (z.B. Fingergelenkrheuma)
  • Weichteilrheuma: z.B. Sehnen- oder Gelenkprobleme, Rückenschmerzen: Rückenmuskulatur schmerzt ähnlich wie Zerrung/Muskelkater (Muskelrheuma, Muskelentzündungen)
  • Zeitweise auftretende Zahnschmerzen, Zahnfleisch oder Weisheitszähne entzündet
  • Lippenherpes, Fieberblasen oder herpesähnliche Symptome (z.B. nicht abheilende Hautrisse in den Mundwinkeln)

Auch davon ist mir einiges „schmerzlich bekannt“.

Selbst wenn dieser Punkt nicht überall genannt wird, möchte ich unbedingt noch die Punkte Wetterfühligkeit, Stress und körperliche Anstrengung hinzufügen!

Gerade diese 3 Faktoren machen mir im Alltag mit meiner Histaminintoleranz oft SEHR zu schaffen und lösen ebenfalls viele der oben genannten Symptome aus.

Vielleicht kann ja der Eine oder Andere von euch dies ebenfalls bestätigen, evtl. werde ich einmal versuchen in einem eigenen Beitrag der Sache weiter nachzugehen.

Quelle: histaminintoleranz.ch


Author: Stefan Jean Hildebrandt

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2 Kommentare

  1. Hallo, mich tangieren viele dieser Symptome, bin schon Arzt zu Arzt gelaufen………..ohne Erfolg…alle weisen nur auf meine Figur hin, dass ich abnehmen müsste!!! Niemand aber auch niemand glaubt mir (ernähren und meist vegetarisch), dass ich nicht das esse, wonach ich aussehe. Nehme fast täglich weiterhin zu…..Ich weiß nicht mehr weiter, wie kann man diese Intoleranz nachweisen. Wie kann ich dies einem Arzt beibringen, dass ich darauf hin untersucht werden möchte, ich werde leider nicht so recht ernst genommen?
    Ich erhoffe mir eine baldige und aussagekräftige Info von Ihnen, bitte helfen Sie mir!
    Im Voraus herzlichen Dank für Ihre Bemühungen
    Mit freundlichen Grüßen
    Kerstin Schwarz

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    • Hallo Frau Scharz, haben Sie schon mal von der Krankheit „Haschimoto“ gehört? Dies ist eine Autoimmunerkrankung /Schilddrüsenerkrankung. Um die Krankheit zu verstehen empfehle ich Ihnen nach dem Buch Jeden Tag wurde ich dicker und müder von Vanessa Blumhagen zu schauen. Histaminintoleranz kann bei dieser Krankheit auftreten aber sie umfasst noch viel mehr und könnte ein hinweiß sein warum Sie ohne Grund zuhnehmen.

      Viel Glück

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